Info: Die Mühle derzeit

Unsere Wassermühle sucht neue tatkräftige Besitzer, die sie weiter beleben!

Sie steht beim Dorf Brömsenberg im Mecklenburgischen Elbetal und liegt auf einer Halbinsel zwischen dem Fluss Sude und dem Bandekower Graben, der hier von Biebern naturnah gestaltet wird. Auf dem Fluss kommen im Sommer zahlreiche Kanu-Wanderer vorbei. Das Grundstück ist arrondiert, ca. 3,5 Hektar groß (genaue Einmessung im laufenden Bodenordnungsverfahren) und bietet mit Gartenland, Wald und Wiesen die Möglichkeit zu land- und forstwirtschaftlichen Unternehmungen. Die Gebäude umfassen die alte Wassermühle, einen fast ebenso großen Stall, einen Wirtschaftstrakt und -hof, eine der letzten erhaltenen Mobilbaracken aus dem 2. WK und eine große Remise für Traktoren etc. (siehe Bilder unten)

Ungefähre Ausmaße des Grundstücks nach den durch uns getätigten Zukäufen und Verhandlungen zur Arrondierung im Rahmen des Bodenordnungsverfahrens. Die genaue Einmessung durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt erfolgt kostenlos im Verfahren. Bis zu dessen Abschluss besteht das Eigentum aus mehreren Flurstücken.

Wir (drei Erwachsene und ein Kind) haben uns als InitiatorInnen gesehen und wollten immer die Mühle in gemeinschaftliche Hände geben. Sie bietet die Chance, eine große Gemeinschaft mit weitreichender Bedeutung zu beherbergen. Hier können Leben, Arbeit und Kultur stattfinden. Wir haben das „Denkwiesenfestival“ veranstaltet, Tanzabende, Kinovorstellungen, Sessions, Bauwochenenden und Seminare abgehalten. Wohnungen und WGs, autonome Energieversorgung, Selbstversorgung, Arbeits- und Werkstätten, Musik-, Tanz- und Veranstaltungssaal sind von uns schon erdacht worden. Ein Waldgarten wurde professionell geplant, zahlreiche Bäume und Sträucher sind bereits kräftig verwurzelt und die ersten Erträge bereichern die Speisekarte in der Mühle.

Zur Geschichte der Wassermühle

Plan des Mühlengebäudes von 1935

„Der stattliche Bau der heutigen Anlage stammt von etwa 1875 (1910 aufgestockt). Denn mit der Reichseinheit 1871 war der Mahlzwang aufgehoben worden. Und dank der an der Sude reichlich vorhandenen Wasserkraft, der Nähe zu Lübtheen und zur Berlin-Hamburger Eisenbahn war der Platz für eine derartige Wassermühle ideal. 1922 ersetzte der Müller zwei ältere Turbinen durch Francisturbinen von Schichau (Elbing). Sie blieben ebenso erhalten wie die Rekonstruktion eines Schützenwehres von 1830.

1948 wurde der Mühlenhof vergrößert. Seitdem diente eine vom Zwangsarbeiterlager des Marinearsenals Jessenitz umgesetzte Baracke als Lagerraum – aus Holzfertigteilen freitragend erbaut. Mit dem Tod des Altbesitzers 1958 stellte die Mühle die Mehlproduktion ein, diente nunmehr als Mischfutterwerk. Als solches wurde sie 1980/81 modernisiert. Damals wurde die Wasserkraftanlage stillgelegt, nach der Wiedervereinigung auch die Mühle. Seit langem soll die Wasserkraft wieder genutzt werden…“ (Quelle: http://metropolregion.hamburg.de/industriekultur/wassermuehlen)

Wohnen und Leben in der Wassermühle Brömsenberg derzeit

Die Wassermühle ist ein stattlicher von Nord nach Süd ausgerichteter massiver Ziegelbau von ca. 35m länge, ca. 12m Breite. Er ist zweistöckig im südlichen Wohnteil und dreistöckig im nördlichen Wirtschaftsteil. Die Fassade weist für die Gründerzeit typische Zierelemente auf.
Der Mühlen- bzw. Wirtschaftsteil ist noch nicht bewohnbar, da alles auf Getreide und später zur Mischfutterverarbeitung ausgelegt war und teils noch Vorrichtungen aus dieser Zeit herumstehen. Im Zuge unserer Räumungsarbeiten sind große, Runde Löcher in den Dielenböden entstanden, in denen zuvor die über mehrere Stockwerke reichenden Getreidesilos standen. Hier ist die schwierigste Arbeit, das Entkernen, von uns abgeschlossen worden, ebenso wie der Abriss außen frei stehender Silos. Die durchgehenden großflächigen Dielenböden, das imposante massive Fachwerk und die alten Rundbogenfenster ergeben hier nun reizvollen Gestaltungsraum.
Der Wohnteil wurde von uns jetzt fast vier Jahre bewohnt.

In der Mühle ist noch viel Schönes aus ihrer Entstehungszeit erhalten.

Die Strukturen sind zum großen Teil original Gründerzeit mit nur leichten Veränderungen aus den 50ern und 80ern des 20ten Jahrhunderts. Es gibt jede menge altes Zeug, was trotz unserer beständigen Erneuerungs- und Säuberungsarbeiten noch raus muss (z.B. Tapeten, alte DDR Elektrik…) Die Mühle und die Nebengebäude werden also nicht besenrein übergeben.
Das Dach und die Schornsteine sollten in den nächsten Jahren erneuert werden, die Eisenkonstruktion der Kappendecke im Keller muss erneuert werden, die Wände sind zum großen Teil nicht isoliert (nur drei Zimmer haben bereits eine Holzfaserdämmung, siehe Info und Bilder unten) bei den Fenstern handelt es sich um den gängigen zweifach verglasten Bautyp der zu DDR-Zeiten verbaut wurde. Im ehemaligen Büro der Mühle sind auch die originalen Kastenfenster noch erhalten.

Die Türen, großteils mit original gusseisernen Türklinken, weißlackiert oder mit Bierlasur, sind unbedingt erhaltenswert (wir haben Teils den Lack entfernt und das darunterliegende Holz geschliffen und geölt), genau wie die dicken Holzdielen, die in den meisten Zimmern verlegt wurden.

Den Wirtschaftsteil haben wir schon entkernt und die Maschinen aus den 1980er Jahren entfernt. Dort ist nun Platz für einen Ausbau nach den Bedürfnissen der neuen Bewohner.

Was gleichzeitig noch viel Investition und Arbeit bedeutet, birgt jedoch einen uns sehr wünschenswerten Vorteil: Die Gebäude bestehen „nur“ aus regionalen,  erneuerbaren Naturprodukten wie Ziegeln, Stroh-Lehm, Kalk und Holz. Durch ihre stromunabhängige Wärmeerzeugung (im Moment noch durch Kamine, Kachelöfen, Badeofen), einen Hausbrunnen, die Möglichkeit der Strom- und Wärmeerzeugung durch Wasserkraft (muss komplett neu etabliert werden), durch Holz vom eigenen Grund oder Solar, durch etablierten Obst- und Gemüsegarten ist die Mühle wunderbar prädestiniert, um weitgehend Industrieautark, nachhaltig und ökologisch zu Leben.
Unsere Arbeit ist getan, jetzt wollen wir die Mühle gern an Leute übergeben, die hier nachhaltig ihre Visionen umsetzen.
Am liebsten wäre es uns, wenn wir die Mühle an eine Gemeinschaft übergeben können, die weltoffen und ökologisch bewusst das Gelände belebt.

Bei ernsthaftem Interesse bitte per Email unter Kontakt oder telefonisch bei Philipp unter OI7O I56 4O 42 melden.